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Verstrickungen

Verstrickungen in unserem System

 

Der Begriff Verstrickungen ist mittlerweile bekannt, wenn es um Familiensysteme geht. 

Und ja, es gibt derer sicher viele bei uns. Und dies ohne Ausnahme. 

Denn Seelen inkarnieren um Erfahrungen zu machen. 

 

Je nach Resonanz sind wir also sicherlich verstrickt mit unseren Ahnen und deren ungelösten Themen.  Und es geht immer um ungelöste Themen, Traumata und intensive Erfahrungen, wie auch immer es zu benennen ist. Um ungeklärte Dinge, die wir mit in den Tod nehmen. 

 

Die erste Erkenntnis, die daraus entsteht, sollte sein: Ich kläre meine Themen am besten im hier und jetzt. Damit die, die nach mir kommen, nicht damit belastet sind und sie für mich klären müssen.  Meine Kinder, meine Enkel und immer so weiter. Nun ist das aber nicht immer so einfach machbar. 

 

Das Klären der Themen derer die vor mir waren, macht mich frei und selbstbestimmt. Es gibt mir die Möglichkeit mein eigenes Leben zu leben. So, wie der Plan war. 

 

Das Thema Verstrickungen ist aber doch noch etwas komplexer. Denn es gibt auch Verstrickungen in uns selber. Während unserer eigenen Schwangerschaft und Kindheit erleben wir verschiedene Traumata, manche sind einmalig, manche begleiten uns unsere ganze Kindheit und werden zum sogenannten „Entwicklungstrauma“. In den 9 Monaten im Bauch unserer Mutter ist unser emotionaler Körper noch absolut offen und wir erfahren die Emotionen der Mutter als eigene. 

 

Fakt ist, jede Erfahrung verändert uns, verändert das „Selbst“ mit dem wir in diese Realität gekommen sind. 

 

Grundsätzlich sind es drei Pakete, mit denen wir in diese Welt treten. Eines von der Mutter und deren Linie, eines vom Vater und seiner Linie und ein eigenes, das unsere Seele ausmacht. Und manchmal kommt noch ein weiteres hinzu, wenn z.B. Mutter oder Vater bei der Zeugung intensiv an jemand anderen denken, den sie im Herzen tragen. 

 

Als Kind machen wir uns die Erfahrungen der Mutter und auch des Vaters zu eigen, so sehr, dass wir später nicht mehr unterscheiden können. Und dann tatsächlich auch unser Unterbewusstsein nicht mehr realisieren kann, was übernommen und was eigen ist. 

Auch übernehmen wir oft den Blick auf uns von unseren Beziehungspersonen. Ich werde zu dem, was Mutter oder Vater in mir gesehen haben. Viele Eltern können ihre Kinder gar nicht wirklich sehen, da sie zu sehr mit der Kompensation der eigenen Themen in ihrem Inneren beschäftig sind. Was bei uns bleibt, ist ein schwacher Selbstwert, „Ich bin es nicht wert“. 

 

Das alles hat zur Folge, dass wir nicht wissen wer wir wirklich sind.

 

Aus unserem eigenen Erfahrungsspektrum entstehen also Introjekte, Fremdanteile in uns selbst, die wir als eigen erleben. Wir bestehen aus Trauma-Selbstanteilen und unseren wahren Selbstanteilen. 

Auch hier verstrickt sich unser wahres Selbst mit Fremdem, Traumatisiertem. 

Das Wort Verstrickungen ist eigentlich sehr schön gewählt, denn aus all dem womit wir konfrontiert werden während unserer Lebenserfahrung, entsteht ein Muster, wie ein Strickmuster, das uns und unsere Persönlichkeit ausmacht. 

 

Dieses Muster bestimmt, wie wir die Realität erleben und wie wir damit umgehen. Solange wir uns innerhalb dieses Musters bewegen, sind wir unfrei, die Wege und Bewegungen sind vorgegeben. 

 

Wie wunderbar ist es, Stück für Stück sich dieses Muster anzuschauen und bewusst zu entscheiden, ob dieses Muster noch weiter dem eigenen Seelenweg entspricht oder nicht. 

Zu entscheiden, ob eine Erfahrung nun oft genug gemacht wurde oder ob sie noch gebraucht wird. Ob man die Türen für völlig andere Möglichkeiten öffnen möchte. 

 

Frei zu definieren, wer man sein möchte und was man erleben will. 

Verstrickungen